Big Band Battle – ein martialischer Begriff für eine gar nicht so kämpferische Veranstaltung, die am Ende sowieso zumeist ohne Sieger bleibt. Zwei Bands sind rechts und links auf der Bühne postiert und spornen sich mit ihren Darbietungen gegenseitig zu immer besseren musikalischen Leistungen an. Zwei Jahre nach dem Gastspiel der Big Band Bobingen organisierten Bandleader Jürgen Hermann und die Big Band der Stadtkapelle Buchloe nun in der voll besetzten Alpvilla eine zweite Veranstaltung dieser Art. Zu Gast war die Bankers Big Band der Credit Suisse aus Zürich. Der Kontakt kam über den Buchloer Trompeter Klaus Schmidt zustande, der mehrere Jahre in Zürich gearbeitet hat. Der Anfang verlief noch recht formelhaft. Auf den von
Buchloe gespielten Swing-Klassiker „String of Pearls“ antwortete der Zürcher Bandleader Bernhard Schoch trocken „Unsere Antwort lautet wie folgt.“
Nach „American Patrol“ im authentischen Glenn-Miller-Sound ließ sich der Buchloer Conférencier Wolfgang Daum zu einem „Bernhard, des isch super gsi!“ hinreißen. Aber auch Daum erreichte im Laufe des Abends Hochform. „Unser Motto heißt: Raus aus der Badewanne, rauf auf die Bühne!“ erklärte er den Umstand, dass man in Buchloe gleich über eine Handvoll Sänger in den Reihen der Bigband verfüge. Daum selbst gehört auch dazu, was er u.a. mit akzentfreiem Französisch in „Oh Champs Élysées“ unter Beweis stellte. Äußerlich sehr „cool“ sang Christian Küster "Fever",bluesig-
expressiv erklang dagegen „Stormy Weather“ in der Interpretation von Gaby Wörmann. Schoch reagierte scheinbar beeindruckt („Jetzt wird heftig aufgerüstet!“) und schickte seine Percussionistin Bea Eigenmann als Sängerin ins Rennen, die mit sattem Alt Titel wie „Do nothing till you hear from me“ oder „No more Blues“ zum Besten gab.
Der musikalische Schlagabtausch ging weiter. Buchloe bewies, dass man auch Rocktitel wie „Jump“ von der Gruppe Van Halen in etwas dezenterer Form spielen kann, Zürich „konterte“ mit einem wilden „Hullabaloo“, worauf Buchloe mit „Ulla in Africa“ das rhythmisch wohl interessanteste Stück de Abends präsentierte. Schochs Zwischenfazit: „Ich liebe diese gegenseitige Inspiration.“
Und wieder Gesang. Claudio Fabbreschi, schon zuvor als Flügelhorn-Solist aktiv, sang „Azzurro“ und man brauchte das Publikum nicht lange zum Mitmachen überreden. Daums Kommentar: „Schulden machen können sie wie die Weltmeister, die Italiener. Aber singen können sie auch!“ Mit „Sweet Georgia Brown“ und Turn around“ verabschiedeten
sich beide Bands gemeinsam, jeweils mit einem Doppel-Dirigat der beiden Bandleader. Daum setzte als Gesangssolist in „My Way“ einen imposanten Schlusspunkt, dem nach Willen des Publikums noch viele weitere Punkte hätten folgen können. Joachim Buch
Zwei Bands – zwei Bandleader
Bernhard Schoch und Jürgen Hermann

Michael Werner diesmal u. a. an der Triangel
Andi Kutter's vorläufig letzter Auftritt mit der Big Band Buchloe