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"Buchloer Stadtkapelle ist etwas Besonderes"
Frühjahrskonzert aller Formationen in der Mittelschule
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Es ist kein Geheimnis, dass im Bereich des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes bzw. genauer im Bezirk 5 "Kaufbeuren", dem auch Buchloe zugehörig ist, eine gut gepflegte und dicht besetzte bläserische Musiklandschaft vorzufinden ist. Dennoch hat speziell die Stadtkapelle Buchloe im Bezirk gleich in doppelter Hinsicht einen gewissen Alleinvertretungs-Anspruch, wie ASM Bezirksleiter Robert Pöschl im Rahmen der von ihm vorgenommenen Ehrungen beim aktuellen Frühjahrskonzert in der Buchloer Mittelschulaula betonte, denn nur Buchloe bietet interessierten Musikern neben der Stamm- und Jugendkapelle auch die Möglichkeit der Mitwirkung in einem Spielmannszug oder einer Bigband an. Alle vier Formationen des Vereins stellten sich folglich am vergangenen Samstag beim Frühjahrskonzert mit kurzen, aber aussagekräftigen Beiträgen dem Publikum. Charmant und selbstbewusst durchs Programm führte Sylvia Götzfried.
Den Einstieg machte der Spielmannszug unter Leitung von Richard Wild mit einem krachert-knackigen "Fehrbelliner Reitermarsch". Verspielter und motivisch bunter, insgesamt weniger militärisch ging es hingegen im Marsch "Crans Montana" von Siegfried Rundel zu. Dass Spielmannszüge repertoirebezogen durchaus differenzierte Möglichkeiten haben, zeigte man außerdem in einer sensiblen, bisweilen heiklen, weil klanglich sehr offen angelegten und keine Möglichkeiten, sich zu "verstecken" bietenden und damit äußerste Sorgfalt erfordernden Bearbeitung des Traditionals "Amazing Grace". Raffiniert und originell schließlich der "Holzbein-Charly" von Heinz Heidkötter, ein pfiffig angejazzter Vielfacher mit diversen netten Stolperfallen, in dem die Musiker mit den unterschiedlichsten Instrumentalfarben von der Trillerpfeife über den Schellenring bis zum Trommelrand das Holzbein darstellten.
Punkt Zwei des Programms war der Auftritt der Stadtjugendkapelle unter Leitung von Michael Werner: Den "Pirates of the Caribbean" merkte man zu Beginn deutlich an, dass diese Musik den Nachwuchsmusikern schlichtweg Spaß macht -- die Präzision blieb deshalb keinesfalls auf der Strecke. 
Werner hatte die Nachwuchsformation bestens trainiert und brachte vibrierende Spannung ebenso auf den Punkt wie weiche, lyrisch gefärbte Kantilene. Ähnliches galt im Prinzip auch für "The Universal Band Collection" von Jacob de Haan, deren fünf Sätze die Musiker mit griffigen rhythmischen Mustern und mitunter eigenwillig harmonisch changierenden Wendungen effektvoll ausdeuteten.
Gesang bzw. generell Solistisches mit ins Spiel kam nach der Pause beim Auftritt der Big Band unter Leitung von Jürgen Herrmann: Andreas Weinbuch gab als Gesangs-Solist in "So Geil Berlin"eine Art Roger Cicero für den Buchloer Hausgebrauch, danach wandelte Katrin Wörmann mit schillerndem, mädchenhaft-frischem Timbre und einem Hauch von Anmutung á la Lena Mayr-Landrut in "It's only a Paper Moon überzeugend auf den Spuren von Ella Fitzgerald. Michael Werner als Schlagzeug-Solist am Marimbaphon erlebte man schließlich in dem lebhaft-beschwingten Ohrwurm "Ulla in Afrika", dem sich kaum einer entziehen konnte. Die Big Band agierte in jedem der drei Stücke wach, stilsicher und klanglich prägnant.
Die Stammkapelle unter Michael Werner bildete sozusagen das "Schlusslicht": Mit "Absalon" von Bert Appermont präsentierte man das diesjährige Pflichtstück der ASM-Wertungsspiele -- ein Werk, das kein überwältigender Selbstläufer ist, aber bei der Schilderung spätmittelalterlichen Treibens in einer nordeuropäischen Hafen-Handelsmetropole, entsprechende Konzentration und gestalterischen Einsatz und Fantasie bei den Ausführenden vorausgesetzt, durchaus seine Reize hat. Den "Selbstläufer" erlebte man danach beim "Tanz der Vampire", in dem sich die mehr oder weniger subtile Bedrohung durch den Vampirgraf Krolok in einem wuchtigen Sound und diabolisch peitschenden Crescendi widerspiegelte.
Lucia Buch
Ehrungen:
Geehrt wurden durch Bezirksleiter Robert Pöschl Martina Förg für 15jährige Musikertätigkeit sowie (nicht im Bild) Katharina Seitz für 10jährigen Einsatz. An Roland Richter (Oboe) konnte die Urkunde für die bestandene D3/Gold-Bläserprüfung übergeben werden, Stephanie Link (Schlagzeug) hat erfolgreich die D2/Silber-Prüfung absolviert. Mike Brenner als Stadtkapellen-Vorstand zeichnete außerdem von Vereinsseite Christian Warkus und Stefan Thomas für 20 Jahre Mitwirkung als aktiver Musiker aus.

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