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Muffins, Musik und Malwettbewerb
Stadtkapelle Buchloe lädt zum Sitzkissenkonzert ein |
Wie begeistert man Kinder für Musik? – So, wie es die Stadtkapelle Buchloe am späten Sonntag-Nachmittag probiert hat, könnte es klappen. Unter Leitung von Michael Werner und farbenfroh gekleidet hatten die Musiker ein effektvolles, von Programmmusik dominiertes und damit die (nicht nur kindliche) Fantasie anregendes Programm zusammengestellt, das überdies locker, interessant und pädagogisch gelungen (ohne den dazugehörigen Zeigefinger) vom Dirigenten moderiert wurde.

Muffins zum Nulltarif, die Möglichkeit für einige ausgeloste Kinder, bei einzelnen Stücken mitten im Orchester sitzen zu dürfen und der vorgeschaltete Malwettbewerb zu den Themen der gespielten Stücke trugen ebenfalls nicht wenig dazu bei, dass die Veranstaltung, mit der die Stadtkapelle natürlich außer für Musik an sich auch für die eigene Jugendausbildungsarbeit warb, ein voller Erfolg war. Spannend, teilweise wie ein Quiz, zog Michael Werner die Vorstellung der verschiedenen Instrumente auf, ließ Es-Klarinette und Querflöte gegeneinander antreten, wer wohl höher kommt, ließ Posaunen wie Frösche quaken und lud zum genauen Hinhören im Perkussionsbereich ein, wenn es um die Unterschiede zwischen Glockenspiel, Xylophon und Marimbaphon ging. Nach dem etwa einstündigen Konzert durfte dann Jung und Alt nach Herzenslust die Instrumente ausprobieren – auch die Stadtkapellenmusiker selbst nutzten die Gelegenheit, sich einmal testweise in anderen Registern zu tummeln.
Ach ja, es wurde natürlich auch „richtig“ Musik gemacht: Mit der Musik zu dem Animationsfilm „The Incredibles“, „von den unglaublichen Musikern gespielt“, so Werner im O-Ton, startete man fetzig, rhythmusbetont und in einem Zug durchdirigiert ins Programm. Mit Zügen ging es danach weiter: „The Great Locomotive Chase“ widmet sich höchst plastisch und nachvollziehbar einem Lokomotiven-Wettrennen, das im 19.Jahrhundert in den USA tatsächlich stattfand. Mit „Mazama“ erklang das vielleicht audruckstechnisch vielseitigste und anspruchsvollste Stück des Konzerts: Mit interessant- exotischen Instrumentaleffekten und Gesang stilisierte man gekonnt indianisches Kolorit und zeichnete musikalisch so die spannungsgeladene Wucht eines riesigen Vulkanausbruchs auf dem amerikanischen Kontinent nach, aber auch mit fahlen Klangfarben das katastrophenbedingte Verlöschen einer frühen indianischen Kultur.
Fröhlich und gewitzt danach „Mr. Toad“ aus dem vertonten Kinderbuch-Klassiker „Der Wind in den Weiden“, in dem die Frösche (bzw. Posaunen) ihren großen Auftritt hatten, versetzt mit ungestüm-schrägen Walzer-Versatzstücken à la Rummelplatz. Die spezielle Stärke des Posaunenregisters, als einziges Instrument (vom Streichbass einmal abgesehen) im Blasorchester Glissandi erzeugen zu können, kam danach im „Posaunisten-Glanz“ voll zum Tragen.
Alle fleißigen Kinogänger wurden zum Schluss mit einem „Fluch der Karibik“- Potpourri bedient: Musik zwischen Seeräuberromantik und lyrischen Passagen, die unter die Haut und bisweilen in die Magengrube geht, wenn man sich drauf einlässt.
Bleibt der Malwettbewerb: Alle eingereichten Bilder (teilnehmen durften Kinder bis 12 Jahre) konnte man auf Stellwänden bewundern. Den ersten Preis – ein Tag im Skyline-Park mit fünf Freunden – gewann Svenja aus Dillishausen und nahm glücklich und stolz den Gewinn entgegen.
Lucia Buch
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